Schottland – Leben und Überleben auf der Insel!

Schreiende Studenten die sich zuhauf im Innenhof meiner 4 Sterne Unterkunft versammeln, versüssen mir auch  an diesem Donnerstag den Abend mit Unterhaltung die sonst nur fragwürdige öffentliche Sender zur Mittagszeit ausstrahlen. Wenn die Schotten feiern, dann richtig! Die Bekleidung ist spärlich und der Alkohol fliesst in strömen. Während ich also mit multiplen Kleidungsstücken bekleidet  in meinem Zimmer sitze und Bücher wälze die mir das nötige Wissen für meine erste Prüfung nächste Woche verleihen sollen, lasse ich noch einmal die letzten Tage vor meinem inneren Auge revue passieren.

Wie schon in meinem letzten Beitrag erwähnt habe ich mich mich durchaus an meinen neuen Lebensabschnitt gewöhnt und geniesse bislang jeden Tag. Auch wenn die Tage in letzter Zeit wenig mit den Grossereignissen der ersten Zeit gemein haben, so findet man auch im Alltag die Sahnehäubchen und i-Tüpfelchen, die auch die vermeintlich ereignislosen Tage zu etwas besonderem machen. Doch erstmal zurück zu den „goldenen 20er Jahren“ in meiner Stirling Zeit. Die ersten Wochen waren gespickt mit unzähligen Treffen, Feiern und dem ein oder anderen Pub Besuch. Das Kennenlernen der anderen Studenten ist erfreulicherweise sehr erfolgreich verlaufen und ich habe keine gesellschaftlichen Konventionen verletzt die mich für den Rest meiner Studienzeit auf negative Weise verfolgen würden. Den lästigen Smalltalk haben wir mittlerweile  auch so gut wie abgeschüttelt und wir bewegen uns gen Freundschaft. Der zentrale Ort der uns alle verbindet und  an den ich und meine Studienkollegen/Freunde jeden Tag  mit Freude zurückkehren ist das Universitätsgelände (Nein nicht der Pub ;)). Der Campus der University of Stirling ist ein echter Augenschmaus und man hat auch von der Bibliothek (meinem zweiten Zuhause mit Zentralheizung) einen grandiosen Ausblick auf den See und den Berg der sich dahinter auftürmt. Dumyat Hill ist der Name des Prachtstücks und an einem sonnigen Herbsttag haben wir beschlossen ihn zu erklimmen. Das Unterfangen hat mich 3 Stunden meines Lebens gekostet und mich im Gegenzug mit weiter Sicht, klarer Luft und dem Gefühl der Freiheit entlohnt.

Um noch mehr Natur und Schottische Landschaft zu erleben haben wir uns auch an einem Wochenende auf nach Fort William gemacht. Fort William ist ein kleines Städtchen das an sich nicht durch seine Schönheit und äusseren Reize besticht aber beim zweiten Hinschauen doch so einiges bieten kann. Unsere Wege führten uns zu einigen gemütlichen Pubs (was habt ihr erwartet?) und dem obligatorischen Sunday Roast, was aus Kartoffelbrei, Fleisch und ein paar Pseudo Gemüsebeilagen besteht. Neben Speis und Trank haben wir auch den ein oder anderen Berg erklommen. Nicht überzeugend genug? Nein natürlich hat der innere Schweinehund gesiegt und wir haben den Bus von Fort William zur Benis Nevis Range genommen von wo aus man mit einer Gondel auf 650 m fahren kann. Auf dem Berg mit dem schönen Namen Aonach Mor angekommen sind wir dem Drang einige hunderte Bilder zu schiessen erlegen, denn der Ausblick konnte sich definitiv sehen lassen. Neben unserem Ausflug in die Natur Schottlands stand der der andere Tag unseres Wochenendausfluges ganz unter dem Thema „Harry Potter“ und wir machten uns früh am Morgen auf nach Hogwarts… äh Mallaig. Der Jacobite Zug der uns von Fort William nach Mallaig brachte war eine Dampflock im Stile des Hogwarts-Expressen und erfreut sich dank dem Exportschlagers einer grossen Beliebtheit an Landschaftsfanatikern und Bücherwürmern. Die Fahrt führte uns durch atemberaubende Natur und natürlich vorbei an dem Glennfinnan Viadukt das wiederum seinen Bekanntheitsgrad einem fiktiven Charakter mit Narbe auf der Stirn zu verdanken hat.

Soweit so gut. Es ist spät und auch die letzten Feierwütigen Studenten haben ihren Weg zur lokalen Tanzbar (man sollte meinen ich bin 50 und nicht 24) gefunden. Für mich heist es jetzt einen grossen Schluck Ingwertee aus meiner Thermoskanne zu mir zu nehmen und mich der „Jane Eyre“ Verfilmung zu widmen die Netflix mir schon seit Wochen anpreist.

Passt auf euch auf und bis bald!

Marina

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Ich bin wieder hier!

Liebe Freunde und Familie,

Seid gegrüsst! Fast 2 Jahre sind vergangen seit meinem letzten Beitrag und ich habe so eben beschlossen dies nun zu andern! Auch wenn der Titel meines Blogs noch vermuten lasst das ich mich immer noch in Schweden befinde muss ich euch an dieser Stelle leider enttauschen! Nachdem ich meinen Bachelor in European Studies in Malmö diesen Sommer beendet habe  beschloss ich, dass es noch nicht ganz an der Zeit war das glamouröse Studentenleben hinter mir zu lassen. Stattdessen, habe ich den Arbeitsmarkt und ein geregeltes Einkommen gegen den zweiten Titel in meiner akademischen Laufbahn eingetauscht und befinde mich deshalb zwei Flugstunden von meiner Wahlheimat in Helsingborg. Wie die meisten vermutlich bereits schon wissen ist das neue Domizil Stirling, Schottland und ich kann am kommenden Sonntag bereits mein einmonatiges Jubiläum hier feiern. Darüber hinaus ist ein Monat wohl der perfekte Zeitpunkt um ein Resumé der ersten Erfahrungen und Eindrucke zu verfassen. So here it goes…

Ich bin Mitten in der Nacht in meinem kleinen und gar nicht mal so feinen Zimmer in Stirling angekommen und alles was ich wollte war sofort wieder abzureisen. Aber da das Leben ja bekanntlich kein Wunschkonzert ist (wieso eigentlich nicht?) und man manchmal einfach die Zahne zusammenbeißen muss (wow ich sollte wirklich über eine Coaching Karriere nachdenken), habe ich in dieser Nacht beschlossen die kahlen Gefängniswände auszublenden und mich darüber zu freuen das die vor mir liegende Zeit trotz mangelndem Komfort wohl eine der besten meines Lebens werden wird. Und siehe da, Marina aus der Zukunft kann dieser weisen Entscheidung nur nickend zustimmen! Das Studentenleben in Schottland ist durchaus eines der teuersten was ich jemals geführt habe, aber ich habe in den ersten Wochen schon so viel erlebt das es alles wieder wett macht. Ich durfte meinen Master in Strategic Public Relations antreten und werde mir jeden Tag sicherer das ich in dem Bereich auch eine Zukunft für mein Berufsleben sehe. Darüber hinaus habe ich tolle Leute an meiner Seite (und ja Nico du bist mein allerbester Freund solltest du das hier lesen), die das Leben in Stirling zu dem machen was es sein sollte. Die aktuelle Gesamtsituation ist also wie ihr seht sehr erfreulich und das Heimweh hat sich bis zum heutigen Tage noch nicht eingeschlichen was nur eines bedeuten kann, nämlich das ich die Zeit hier in vollen Zügen geniesse. Ich werde in den kommenden Tagen noch ein paar nachträgliche Posts verfassen über die einzelnen Orte die ich schon besucht habe um euch einen besseren Einblick in mein Leben in Schottland (fast hätte ich doch noch Schweden geschrieben) zu vermitteln. Bis dahin bleibt gesund und munter und SEE YOU LATER.